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Guaifenesintherapie ohne Kartierung – geht das?

In diesem Video geht es um die Kartierung begleitend zur Guaifenesintherapie. Ich spreche folgende Themen an:

1. Kann man die Guaifenesintherapie auch ohne Kartierung durchführen?
2. Wenn ja, was muss man beachten?
3. Wann ist eine Kartierung sinnvoll?

Wenn Du erfahren möchtest, wie eine Kartierung abläuft, dann schau Dir mein Video “Wie läuft eine Kartierung ab?” an.

1. Kann man die Guaifenesintherapie auch ohne Kartierung durchführen?

Als ausgebildete Kartiererin finde ich es empfehlenswert, wenn man die Guaifenesintherapie, vor allem die Dosisfindung, mit Kartierungen begleitet. Eine Kartierung erleichtert einem die Dosisfindung enorm, da man anhand des Kartierungsergebnisses erkennen  kann, ab welcher Dosierung die individuell benötigte Menge an Guaifenesin erreicht ist. Auch Dr. Amand empfiehlt die Kartierung für die Dosisfindung und als Fortschrittskontrolle, um mögliche Blockierungen frühzeitig zu erkennen.

Aus den unterschiedlichsten Gründen ist aber nicht jeder dazu in der Lage, sich kartieren zu lassen. Sei es die Entfernung zu einem Kartierer, der finanzielle Aspekt oder auch die körperliche Verfassung, wenn man durch die Fibromyalgie erheblich eingeschränkt und nicht in der Lage ist, einen Kartierungstermin wahrzunehmen. Deshalb ist meine zaghafte Antwort auf die Frage, ob man die Guaifenesintherapie auch ohne Kartierung durchführen kann: Ja, man kann es versuchen.

2. Wenn ja, was muss man beachten?

Um die Guaifenesintherapie ohne Kartierung durchführen zu können, sollte man fünf wesentliche Punkte beachten, auf die ich im Folgenden eingehe:

2.1 Therapievorbereitung
2.2 Mit dem richtigen Guaifenesin richtig steigern
2.3 Niedrigdosierer/Hochdosierer
2.4 Unterdosierungen
2.5 Deutlicher Marker für die richtige Dosis

2.1 Therapievorbereitung

Wenn Du noch nie das Guaifenesin genommen hast und neu mit der Therapie starten möchtest, gibt es ein paar Dinge, die Du vor der Guaifenesintherapie beachten solltest. In der 3. Auflage des übersetzten Buches von Dr. St. Amand werden alle Punkte zur Therapievorbereitung ausführlich erklärt. Da es hier den Rahmen sprengen würde, gehe ich an dieser Stelle nicht weiter auf die Therapievorbereitung ein, sondern verweise auf die Informationen im Buch.

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2.2 Mit dem richtigen Guaifenesin richtig steigern

Dieser Punkt ist besonders wichtig. Ich habe schon oft erlebt, dass Therapiestarter mit dem falschen Guaifenesin beginnen, weil sie nicht wussten, dass es dort Unterschiede gibt. Welches Guaifenesin das richtige ist, erfährst Du in dem Video “Welches Guaifenesin ist das Richtige bei Fibromyalgie?“. Schau Dir gerne auch das Video “Guaifenesin 600mg” an, wenn Du ein Therapiestarter bist und darüber mehr erfahren möchtest.

Richtig steigern

Mit dem Guaifenesin steigert man folgendermaßen: Man beginnt mit dem MC Guaifenesin morgens und abends je 300mg. Diese Dosis behält man für eine Woche bei.
Fühlt man sich innerhalb der ersten Woche nicht beträchtlich schlechter, empfiehlt Dr. Amand, die Dosis zu verdoppeln (2x 600mg MC Guaifenesin) . Mit “beträchtlich” ist eine deutliche Steigerung der Symptome gemeint, die man entweder schon kennt, oder auch Symptome, die neu hinzukommen. Die Erhöhung behält man für vier Wochen bei.
Sollte man innerhalb dieser vier Wochen noch immer keine beträchtliche Verschlechterung spüren, erhöht man auf 900mg MC Guaifenesin je morgens und abends. Nun hat man eine Gesamtdosis von 1800mg MC Guaifenesin pro Tag erreicht. Ab dieser Dosis erhöht Dr. Amand, bis auf wenige Ausnahmen, mit dem Kurzzeit-Guaifenesin.


Es gibt viele Möglichkeiten, mit dem Kurzzeit-Guaifenesin zu steigern. Wenn man mit 2x 900mg MC Guaifenesin keine Verschlechterung der Symptome verspürt ist es sinnvoll, sich entweder kartieren zu lassen, oder sich mit anderen Guaifenesin-Anwendern in einer Selbsthilfegruppe auszutauschen.

2.3 Niedrigdosierer/Hochdosierer

Niedrigdosierer spüren das Guaifenesin von Anfang an bei einer Dosis von 2x 300mg MC Guaifenesin sehr deutlich. Hochdosierer hingegen merken bei Therapiebeginn keine veränderten Symptome und sind sich meist unsicher, ob ihre gewöhnlichen Symptome bereits eine beträchtliche Verschlechterung darstellen. In dem Fall ist es besonders wichtig, weiter zu steigern, bis die beträchtliche Verschlechterung eintritt. Häufig müssen Hochdosierer das Kurzzeit-Guaifenesin hinzunehmen, um ihre individuelle Dosis zu erreichen.

2.4 Unterdosierungen

Unterdosierungen passieren oft, da viele Guaifenesin-Anwender denken, sie seien überdosiert. Das ist meist dann der Fall, wenn man eine leichte bis mittelstarke Veränderung der Symptome bereits als beträchtliche Verschlechterung deutet und nicht weiter erhöht, obwohl man seine individuelle Dosis noch nicht erreicht hat. Oder auch, wenn man eine längere Zeit zu wenig Guaifenesin genommen hat und die Fibromyalgie, die eine progressive Erkrankung ist, sich weiter verschlechtert und man diese Verschlechterung fehldeutet.

2.5 Deutlicher Marker für die richtige Dosis

Ein deutlicher Marker für die richtige Dosis sind die sogenannten Ausschwemm-Zyklen, bei denen sich gute und schlechte Phasen abwechseln. Wichtig ist hierbei auch, dass man auf lange Sicht einen Fortschritt erkennt. Die schlechten Phasen sollten im Laufe des Therapiefortschritts immer kürzer werden, die guten Phasen hingegen länger und häufiger.

3. Wann ist eine Kartierung sinnvoll?

In meinen Augen ist eine Kartierung immer sinnvoll. Mit einer Kartierung ist die Dosisfindung leichter, Blockierungen können frühzeitig entdeckt und Fortschritte beobachtet werden. Es gibt auch Guaifenesin-Anwender, die zwar empfindlich auf das Guaifenesin reagieren, aber trotzdem Schwierigkeiten bei der Dosisfindung haben. Manche sind auch blockiert, wissen es aber nicht. Andere nehmen viele Jahre das falsche oder viel zu wenig Guaifenesin. Grundsätzlich ist eine Kartierung immer sinnvoll, aber besonders bei den genannten Fällen, bei denen der Therapiefortschritt stoppt, die nicht vorankommen und keine Zyklen haben. Es erleichtert die Guaifenesintherapie, wenn man Unterstützung bei der Dosisfindung bekommt und die Fortschritte mit Vergleichskartierungen im Auge behält. 

Wenn ich Dich bei der Guaifenesintherapie als Kartiererin begleiten soll, kannst du gerne Kontakt mit mir Aufnehmen und einen Termin für eine Kartierung vereinbaren.

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