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Salicylate bei der Guaifenesintherapie verstehen und beachten

Wie man Salicylate bei der Guaifenesintherapie verstehen und was man beachten soll, möchte ich in diesem Beitrag erklären. Dabei gehe ich auf folgende Themen ein:

    1. Was sind Salicylate und warum müssen sie beachtet werden?
    2. Wie findet man Salicylate?
    3. Wie stellt man Blockierungen durch Salicylate fest?

 

Salicylate bei der Guaifenesintherapie verstehen und beachten

1. Was sind Salicylate und warum müssen sie beachtet werden?

Was sind Salicylate?

Alle Pflanzen produzieren Salicylate. Chemisch betrachtet sind das die Salze und Ester der Salicylsäure. Das bekannteste Salicylat ist in Aspirin enthalten, nämlich die Acetylsalicylsäure.

Warum müssen sie beachtet werden?

Die Moleküle bzw. die chemische Struktur von Guaifenesin und von den Salicylaten sind sehr ähnlich. Das Guaifenesin muss für den Zweck der Therapie an den Rezeptoren der Nierentubuli andocken, um wirken zu können. Das Problem ist, dass diese Rezeptoren die Salicylat-Moleküle bevorzugen, da sie besser an die Rezeptoren passen. Wenn jetzt diese Rezeptoren mit Salicylaten belegt sind, dann kann das Guaifenesin sich nicht mehr an die Rezeptoren binden und wird durch die Salicylate blockiert bzw. verdrängt. Das bedeutet, dass wir mit Salicylaten die Wirkung vom Guaifenesin entweder teilweise oder gänzlich einschränken. Ist man blockiert, was sich leider nicht messen lässt, geht es mit der Therapie nicht voran. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Menge an Salicylaten so gering wie möglich halten, weil das die einzige Möglichkeit ist, um sicher zu sein, dass wir nicht blockiert sind.

Erst vor Kurzem habe ich bei einer Kartierung festgestellt, dass eine Betroffene wieder vermehrt Einlagerungen hatte und es ihr auch wieder schlechter ging. Wir hatten zum Glück den Übeltäter schnell entdeckt. Es lag an einer Wimperntusche, die sie benutzt hatte, in der ein Pflanzenöl enthalten war. Sie musste sich aus beruflichen Gründen häufiger schminken. Als ich sie nach einiger Zeit erneut kartieren durfte, hatte sie wieder große Fortschritte in der Kartierung und bezüglich ihres Wohlbefindens gemacht. Und das alles nur durch ein Pflanzenöl in der Wimperntusche. Man mag es sich gar nicht vorstellen, dass das so einen großen Unterschied macht. Das große Problem ist hierbei die dauerhafte Blockierung. Wenn ich durch ein Produkt, welches ich täglich benutze, blockiert bin, dann kann das Guaifenesin nicht wirken.

Orale Aufnahme

Wir nehmen die Salicylate auf zwei Wege in unseren Körper auf. Zum einen oral und zum anderen über die Haut. Die meisten Salicylate gelangen über das Essen in unseren Körper, zum Beispiel durch Obst und Gemüse. Allerdings werden diese Salicylate zum größten Teil über die Verdauung verstoffwechselt und können das Guaifenesin nicht mehr blockieren. Es mag sein, dass auch über diesem Weg einige Salicylate an den Nierentubuli landen. Denn wenn man eine große Menge Salicylate auf einmal aufnimmt, kann der Körper nicht alle Salicylate verstoffwechseln. Es ist aber wichtiger, dass wir uns gesund ernähren. Man soll bei der Therapie nicht auf Gemüse und Obst verzichten, um weniger Salicylate aufzunehmen. Man kann alles in normalen Mengen essen. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen wie zum Beispiel Minze und Menthol. Minze und Menthol sind sehr starke Blocker, da sie hohe Mengen an Salicylaten enthalten. Auch Extrakte und pflanzlichen Wirkstoffen in Nahrungsergänzungen können durch ihren hohen Salicylatgehalt blockieren. Die Wirkstoffe in Nahrungsergänzungen sind extra hochkonzentriert, damit sie im Körper eine Wirkung entfalten. Die Stoffe gelangen dann in die Blutbahn und damit auch an die Rezeptoren der Nieren, wo sie das Guaifenesin blockieren, indem sie die Rezeptoren besetzen.

Aufnahme über die Haut

Daneben gibt es die Aufnahme über die Haut, indem wir uns mit salicylathaltigen Produkten pflegen oder Zahnpasta mit Menthol oder Minze benutzen, die über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Viele Produkte enthalten pflanzliche Inhaltsstoffe, womit häufig geworben wird. Über die Haut landen diese Salicylate in den Blutkreislauf und gelangen dort sehr schnell zu den Rezeptoren der Nieren. Das ist der Grund, warum Salicylate über die Haut gemieden werden müssen. Es gibt hier keine Verstoffwechselung über den Magen-Darm-Trakt, sondern die Salicylate gelangen direkt über die Haut in den Blutkreislauf.

2. Wie findet man Salicylate?

Orale Aufnahme

Eigentlich darf man alles essen, bis auf Minze und Menthol. Das umfasst zum Beispiel mentholhaltige Bonbons, frische Minze und minzhaltige Getränke. Auch Extrakte dürfen nicht gegessen werden, da sie konzentriert sind und zum Teil im Blutkreislauf landen. Lakritz beispielsweise besteht aus Süßholzwurzelextrakt. Sicherlich kann man 1-2 Lakritze essen, aber keine halbe Tüte. Es geht darum, die Menge so gering wie möglich zu halten. Man muss auch auf bestimmte Nahrungsergänzungen achten, die eine pflanzliche Wirkung haben und pflanzliche Extrakte enthalten. Zum Beispiel zählt darunter Baldrian, Weihrauch oder auch OPC (Traubenkernextrakt). Auch wenn es nur kleine Kapseln sind, befindet sich darin gepresstes konzentriertes Pulver. Wenn wir statt die Kapsel zu schlucken die gleiche Menge der frischen Pflanze essen würden, würden wir nie diese Menge erreichen, die in einer kleinen Kapsel enthalten ist.

Bei Getränken muss man auf Tee verzichten. Wir wissen aber, das Kamillentee sehr wenig Salicylate enthält, insofern kann man ihn trinken. Ich würde aber nicht den ganzen Tag Kamillentee trinken. Man muss dabei auch beachten, dass je länger der Teebeutel in dem Wasser zieht, umso mehr Stoffe freigesetzt werden und desto salicylathaltiger wird das Wasser. Neben Tee können auch Smoothies und Fruchtsäfte blockieren. Wenn man sich ein Glas Orangensaft presst, benötigt man ca. 3-4 Orangen. Würdest Du 3 oder 4 Orangen in einem Stück essen? Und dies eventuell noch täglich? Durch Säfte und Smoothies kommt eine beachtliche Menge zusammen, die man normalerweise nicht essen würde. Diese Menge kann das Guaifenesin blockieren. Auf Rauchen soll man bei der Guaifenesintherapie ebenfalls verzichten. Der Tabak ist salicylathaltig und durch den Rauch landen die Salicylate an den Schleimhäuten und werden dort in den Blutkreislauf aufgenommen.

Aufnahme über die Haut

Alle Produkte, die mit der Haut in Kontakt kommen, müssen auf Salicylate geprüft werden. Dazu zählen auch Zahnpasta, Zäpfchen, Pflaster und Zahnseide. Es gibt leider sehr viele Produkte, die Salicylate enthalten. Es ist mühsam herauszufinden, welche davon nicht salicylathaltig sind.

Ich gehe bei der Überprüfung erst mal die Inhaltsstoffe durch und suche nach Stoffen, bei denen Gel, Öl oder Extrakt in Verbindung mit einem Pflanzennamen stehen. Zum Beispiel Aloe Vera Gel. Ganz oft findet man dann schon einen Inhaltsstoff mit dem Wort Gel, Öl oder Extrakt. Dann kann man das Produkt gleich wieder weglegen. Wenn man keins der Wörter gefunden hat, dann kann man weiter nach den Silben sal, menth und camph suchen. Da gibt es zum Beispiel HomoSALate, BenzylSALicylate, MENTHol und CAMPHor. Bei der Silbe sal gibt es eine Ausnahme. Der Inhaltsstoff Maris Sal enthält keine Salicylate, auch wenn die Silbe sal im Wort steckt. Dahinter verbirgt sich nämlich das Meersalz.

Da sich die Inhaltsstoffe oft ändern, muss ich genau die Packung überprüfen, die ich auch kaufen möchte. Ich habe es selbst schon erlebt, dass in einem Produktregal die gleichen Verpackungen, aber mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen befinden. Denn nicht immer ändert sich auch das Verpackungsdesign, wenn sich die Inhaltsstoffe ändern. Umgekehrt kann sich auch das Design ändern, ohne dass sich die Inhaltsstoffe geändert haben.

Nachdem Du schon zwei Mal das Produkt mit den Hilfsmitteln, die ich Dir an die Hand gegeben habe, gecheckt hast, musst Du noch ein weiteres Mal das Produkt überprüfen. Diesmal auf die Synonyme der Salicylate. Da das ein größeres Thema ist, gehe ich an dieser Stelle nicht darauf ein. Ich verlinke Dir aber hier einige Hilfsmittel, die Dir weiterhelfen und eine gute Unterstützung bieten. Es ist wichtig, dass Du Dir sicher bist, dass das Produkt salicylatfrei ist. Nicht jemand anderes oder weil etwas im Internet als salicylatfrei deklariert wurde. 3 Tage später können sich die Inhaltsstoffe auf dem Produkt schon wieder verändert haben.

Auf dieser Seite findest Du Fragen und Antworten zur Salicylatvermeidung. Wenn Du noch Unsicherheiten hast, kannst Du mir auch Fotos von den Inhaltsstoffen schicken. Ich helfe Dir gerne dabei weiter.

3. Wie stellt man Blockierungen durch Salicylate fest?

Ich habe mich schon mit Menschen ausgetauscht, die mir gesagt haben, dass sie spüren, ob sie Ausschwemmbeschwerden oder Blockierungsschmerzen haben. Ich würde mich nicht daran orientieren. Es mag sein, dass es das ein oder andere Merkmal gibt, an denen man sowas erkennen kann. Aber ich halte es für gefährlich, sich nur auf das Körpergefühl zu verlassen. Es gibt Beschwerden bei der Blockierung durch Salicylate, die können sich anders anfühlen, aber es hat nicht immer eine Aussagekraft. Wobei es schon typische Ausschwemmbeschwerden im Rahmen der Guaifenesintherapie gibt. Ich habe vor allem im ersten Jahr der Therapie das Gefühl gehabt, als wenn tausende von Ameisen an meinen Beinen herunterlaufen. Das Gefühl hatte ich nie wieder. Viele kennen auch die Beschwerdeverstärkung durch die Einnahme des Guaifenesins. Es wäre aber falsch daraus zu schließen, wenn die Beschwerdeverstärkung ausbleibt, dass man dann blockiert sei. Man muss die Beschwerdeverstärkung nicht haben bzw. geht sie auch mit der Zeit weg. Es ist auf einfachem Wege nicht möglich, eine Blockierung zu erkennen. In manchen Fällen dauert es gar Monate bis Jahre, bis jemand erkennt, dass er blockiert ist.

Wenn man richtig dosiert ist, dann hat man gute und schlechte Phasen im Wechsel. Nach und nach werden diese guten Phasen immer mehr und die schlechten Phasen immer weniger. Langfristig macht man Fortschritte und kommt voran. Wenn man dieses Muster nicht mehr hat, dann stimmt etwas nicht. Dann ist man entweder blockiert, oder die Dosis ist nicht optimal. Bei der Dosis geht es nicht darum, ins Unendliche hochzusteigern, sondern die richtige Kombination aus Kurzzeit und Langzeit Guaifenesin zu finden. Dafür muss man nicht in schwindelerregende Höhen steigern.

Die Schritte

Wer monatelang leidet und keine Fortschritte macht, bei dem würde ich an erster Stelle an eine Blockierung denken. Man kontrolliert noch einmal alle Produkte, die man verwendet. Ich habe es schon so oft erlebt, dass Betroffene überrascht sind, dass ihre Produkte doch Salicylate enthalten, obwohl sie das Produkt schon jahrelang verwenden. Man muss jedes Produkt beim Kauf noch mal überprüfen. Auch wenn man 4 Packungen eines Produkts auf Vorrat kauft, muss man jede Packung einzeln überprüfen. Erst wenn Du Dir alle Produkte noch einmal angeschaut hast und Dir sicher bist, dass Du nicht blockiert bist, dann sollte man an zweiter Stelle die Dosis verändern.

Ob man blockiert ist oder nicht, kann eine Kartierung zeigen. Vorallem wenn man schon einmal Kartiert wurde, kann man die aktuelle Kartierung mit früheren Kartierungen vergleichen. Wenn Du Dir unsicher bist und Du von mir kartiert werden möchtest, kannst Du gerne einen Termin mit mir vereinbaren.

Wenn Du Dich über Deinen Weg in einer privaten Gruppe austauschen möchtest, dann schau in meiner Facebookgruppe vorbei. Ich freue mich auf Dich.

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2 Antworten auf „Salicylate bei der Guaifenesintherapie verstehen und beachten“

  1. Hallo Claudia,
    Ich habe wieder mal eine Frage, wie oft hattest du am Anfang gute Phasen?
    Ich nehme 1200mg. MC Guai. Seit ca. einem halben Jahr. Bei mir wechseln die Beschwerden extrem mit dem Wetter. Bei schönem Wetter geht es mir meist recht gut. Wie sehen denn die guten Tage bei dir aus?
    Hast du nur eine deutliche Verbesserung oder bist du Beschwerdefrei?
    Es könnte sein, dass ich 2 gute Tage hatte, ich bin mir aber nicht sicher.
    Liebe Grüße
    Elke Elke Kühner

    1. Hallo Elke,
      meine guten Phasen am Anfang waren immer mal ein paar Stunden, in denen ich mich besser fühlte. Es gab viele Zeiten mit Beeinträchtigungen durch das Guaifenesin. Das ist aber schon neun Jahre her. Heute ist es genau andersrum. Ich habe viele gute Tage und zwischendurch mal schlechte. Beschwerdefrei bin ich nicht.

      Ist 1200 mg Deine Dosis? Du kannst erst Fortschritte machen, wenn Du Deine Dosis hast. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du gute Tage hattest, dann waren es keine “guten” Tage. Ruf mich gern an, wenn Du weitere Unterstützung brauchst https://fibromyalgie-guaifenesin-blog.de/kontakt/

      Viele Grüße

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