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Wie bereite ich mich auf die Guaifenesintherapie vor?

Wie bereite ich mich auf die Guaifenesintherapie vor und worauf muss ich achten? Darum geht es in diesem Beitrag. Dabei gehe ich auf folgende Themen ein:

  1. Was sind die ersten Schritte?
  2. Wie finde ich einen Kartierer?
  3. Worauf muss ich ansonsten achten?
  4. Welche Kosten entstehen?
Wie bereite ich mich auf die Guaifenesintherapie vor?

1. Was sind die ersten Schritte?

Diagnose

An erster Stelle steht der Ausschluss anderer, teils gefährlicher oder tödlicher Erkrankungen. Fibromyalgie kann bis heute nur per Ausschlussdiagnose festgestellt werden, da die Ursache der Erkrankung noch nicht bekannt ist. Dr. St. Amand stellt nur eine Theorie auf, welche Ursache der Fibromyalgie zugrunde liegt. Es ist daher wichtig, alle anderen möglichen Erkrankungen von einem Arzt ausschließen zu lassen, bevor man mit der Guaifenesintherapie beginnt. Nur so werden keine anderen behandlungsbedürftigen Krankheiten übersehen.

Es gibt Ärzte, die die Existenz von Fibromyalgie anzweifeln. Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Arzt negativ gegenüber der Diagnose Fibromyalgie eingestellt ist, dann suche Dir einen anderen Arzt. Fibromyalgie ist schon schwer genug. Ohne einen verbündeten Arzt ist es zu belastend.

Vorbereitung

An zweiter Stelle steht das Lesen des Buches von Dr. St. Amand. Dort beschreibt er, wie die Krankheit entsteht, was die Ursache der Fibromyalgie ist und wie man diese mit dem Guaifenesin behandeln kann. Es ist sehr wichtig, die Guaifenesintherapie zu verstehen, um sie richtig durchführen zu können. Oft wird das falsche Guaifenesin oder eine falsche Dosierung verwendet. Und auch beim Vermeiden von Salicylaten entstehen oft Fehler. Durch das Lesen des Buches können viele Fehler und dadurch Misserfolge umgangen werden. Die Krankheit an sich ist schon schlimm genug. Ein weiterer Therapiefehlschlag kostet nur unnötig Zeit und Nerven, die man mit der richtigen Vorbereitung vermeiden kann. Mir ist es daher wichtig, dass sich jeder vor dem Therapiebeginn ausreichend informiert und sich vorbereitet. Sonst ist die Therapie meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt.

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An dritter Stelle steht für mich die Reduzierung von Kohlenhydraten. Viele Fibromyalgie-Betroffene haben zusätzlich eine Kohlenhydratunverträglichkeit. Diese Symptome können sich mit den Symptomen der Fibromyalgie überschneiden. Wer zusätzlich an einer Kohlenhydratunverträglichkeit leidet, muss seine Ernährung entsprechend umstellen, damit die Symptome ausbleiben.

2. Wie finde ich einen Kartierer?

Wir haben nicht viele Kartierer in Deutschland und die meisten befinden sich im Süden. Ich bin selbst schon 800 km gefahren, um mich kartieren zu lassen. Geschulte Kartierer findet man auf der Seite von Dora Maier: http://www.guaifenesin.de/aerzte-und-therapeuten.html

Kartierungen sind in meinen Augen sehr wichtig. Nicht nur, weil ich selbst Kartiererin bin, sondern auch, weil sie einem enorm helfen können, die richtige Dosierung zu finden und die Therapiefortschritte zu protokollieren. Es lassen sich damit auch frühzeitig Stillstände und Blockierungen aufdecken. Mir ist aber auch bewusst, dass nicht jeder in der Lage ist, mehrere Stunden zu einem Kartierer zu fahren. Manche schaffen es vielleicht, wenn sie jemanden haben, der sie fährt und begleitet. Aber auch diese Möglichkeit hat nicht jeder. Darüber mache ich mir viele Gedanken und biete deshalb mobile Kartierungen an, bei denen ich in verschiedene Städte fahre und dort Betroffene kartiere. So haben auch die eine Chance, kartiert zu werden, denen es sonst nicht möglich gewesen wäre, wenn sie im Radius wohnen.

Für diejenigen, die sich trotzdem nicht kartieren lassen können, habe ich ein Video zu dem Thema „Guaifenesintherapie ohne Kartierung – geht das?“ veröffentlicht. Schau Dir das gerne an, wenn Du der Meinung bist, dass der Weg zu einem Kartierer nicht umsetzbar ist. Dort findest Du meine Einstellung dazu und ein paar Tipps, wie Du ohne Kartierung vorgehen kannst. Wenn Du über das Thema Kartierung noch nicht informiert bist oder Du wissen möchtest, wie so eine Kartierung bei mir abläuft, kannst Du Dir das Video „Wie läuft eine Kartierung ab?“ anschauen.

3. Worauf muss ich ansonsten achten?

Vermeidung von Salicylaten

Wirklich wichtig ist die Vermeidung von Salicylaten, damit das Guaifenesin wirken kann. Im Buch wird das Thema ausführlich behandelt, weswegen ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehe. Wenn Du dazu noch Fragen oder Unsicherheiten hast, dann nimm gerne Kontakt mit mir auf. Ich biete eine kostenlose Therapiebegleitung im Rahmen der Guaifenesintherapie an, die Du gerne nutzen kannst, wenn Du Unterstützung benötigst oder Dir unsicher bist. Mehr Informationen findest Du hier.

Das richtige Guaifenesin

Du solltest Dich auch mit dem Guaifenesin und den verschiedenen Sorten beschäftigen. Wir haben in Deutschland das Kurzzeit- und Langzeit-Guaifenesin. Man beginnt immer mit der Einnahme des Langzeit-Guaifenesins. Zu der Frage, wie man seine Dosis steigert und findet, habe ich einen Fahrplan erstellt, den Du hier findest. Neben den Salicylaten ist die Steigerung, die Dosisfindung und die Verwendung des richtigen Guaifenesins das Wichtigste, auf das man achten sollte.

Symptomtagebuch

Ein Symptomtagebuch finde ich ebenfalls sinnvoll. Sowohl wenn man kartiert wird, vor allem aber auch, wenn man die Guaifenesintherapie ohne Kartierung durchführt. Dazu reicht es aus, wenn Du Dir in Deinem Terminkalender Deine täglichen Symptome notierst. Um die Intensität Deiner Beschwerden nach einiger Zeit vergleichen zu können ist es hilfreich, die Symptome auf einer Skala von 1 bis 10 zu bewerten, wobei 10 unaushaltbare Schmerzen bedeutet. Als ich mit dem Guaifenesin damals begonnen habe, war selbst das wegen meiner schlechten Verfassung nicht möglich. Ich habe dann ein kleines Heftchen genommen und jeden Tag das Datum notiert und den Tag nur mit einem Smiley bewertet. Dazu habe ich dann die schmerzenden Bereiche aufgeschrieben.

Das Tagebuch ist besonders für die Erkennung des Therapiefortschritts wichtig. Oft merkt man gar nicht, welche Beschwerden sich gebessert haben. Wenn man dann nach einem Jahr Guaifenesintherapie noch Beschwerden hat und die Symptome mit den Eintragungen von einem Jahr zuvor im Tagebuch vergleicht, erkennt man erst, was sich alles schon gebessert hat. Man vergisst oft, wie schlecht es einem ging. Die Fortschritte anhand des Tagebuchs zu sehen kann dabei helfen, mit der Guaifenesintherapie fortzufahren, auch wenn es sich dabei um einen Marathon handelt.

Erwartungen und Verlauf

Man sollte außerdem auf die eigene Erwartungshaltung achten. Guaifenesin ist keine Kopfschmerztablette, die man einnimmt und mit der es einem sofort besser geht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Gerade zu Beginn der Einnahme kommt es zu einer gewollten Symptomverstärkung. Die Therapie ist auch kein Sprint, sondern ein Marathon. Bis zur Beschwerdefreiheit vergehen einige Jahre. Auch wenn man die ersten Verbesserungen nach den ersten Monaten sieht, muss man geduldig sein, bis die Beschwerden allmählich verschwinden. Die Dosisfindung nimmt auch einige Zeit in Anspruch. Erst wenn man die richtige Dosis erreicht hat, startet der Umkehrprozess der Erkrankung.

Zuerst werden die Beschwerden schlimmer, dann kommt der erste gute Moment. Der kann ein paar Minuten oder Stunden anhalten. Die guten Momente werden im weiteren Verlauf immer häufiger und länger. Die Intensität der Beschwerden lässt immer weiter nach. Gute und schlechte Tage wechseln sich ab, die guten Tage nehmen im weiteren Verlauf stetig zu. Diese Achterbahnfahrt geht so lange, bis der Umkehrprozess schließlich vorbei ist und die Beschwerdefreiheit eintritt. Schau Dir dazu auch mein Video „Fibromyalgie Symptome-Achterbahn“ an.

Da Fibromyalgie sehr wahrscheinlich eine genetische Erkrankung ist, dessen Ursache nicht heilbar ist, muss man das Guaifenesin ein Leben lang einnehmen. Wenn man mit der Einnahme aufhört, kommen die Beschwerden allmählich wieder und nehmen im Laufe der Zeit an Intensität zu.

4. Welche Kosten entstehen?

Das Buch kostet neu um die 30 Euro, welches Du Dir aber auch gebraucht kaufen kannst. Die neueste englische Auflage kostet sogar nur 10 Euro. Falls Du Englisch lesen und verstehen kannst, wäre das vielleicht eine Option für Dich.

 

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Das Guaifenesin ist ein Arzneimittel und darf nur in Apotheken verkauft werden. Ich empfehle Dir, dies auch nur in den gelisteten Apotheken zu kaufen. Das Langzeit-Guaifenesin benötigt eine spezielle Zellulose in einem bestimmten Mengenverhältnis, um die verzögerte Freisetzung zu gewährleisten. Die Apotheken, die mit der Herstellung vom Langzeit-Guaifenesin vertraut sind, sind ebenfalls auf der Seite von Dora Maier aufgelistet: http://www.guaifenesin.de/bezugsquellen-von-guaifenesin.html

Wie teuer die Kosten für das Guaifenesin pro Monat sind, hängt von der individuellen Dosis ab. Auch welches Guaifesin benötigt wird, macht einen Preisunterschied aus. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, nur das Pulver zu bestellen und sich das Guaifenesin selbst in Kapseln zu füllen. Ich habe in der Vergangenheit viele Jahre selbst gekapselt. Gerade wenn man stark von der Fibromyalgie betroffen ist, rate ich allerdings davon ab. Es war unheimlich anstrengend und mühselig. Man sollte auch nicht zu lange warten, bis man das Guaifenesin in Kapsel füllt, da das Pulver sehr empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert und dann seine Wirkung verliert. Man kann die Kosten aber deutlich reduzieren, wenn man selbst kapselt.

Rechenbeispiel

Bei der Husarenapotheke, mit der ich in Kooperation stehe, kostet eine Dosis von 2x 600mg MC-Guaifenesin pro Tag 68 Cent. Mit der Voraussetzung, dass du 600 Kapseln 300mg MC-Guaifenesin bestellst. Ich würde Dir aber am Anfang der Therapie dazu raten, erst einmal eine kleinere Menge zu bestellen. Wenn Du 100 Kapseln kaufst, dann kostet Dich eine Tagesdosis von 1200mg MC-Guaifenesin 95 Cent pro Tag. Das sind im Monat ungefähr 20 bis 26 Euro. Die hier im Beispiel verwendete Dosis benötigen laut Dr. St. Amand rund 66%. Im Durchschnitt kostet die Therapie somit um die 20 Euro pro Monat.

Inzwischen besorge ich mir die fertigen Kapseln. Die Husarenapotheke bietet seit kurzem auch MC Tabletten mit je 600mg an.

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